abaelard

"Nicht mehr bei mir, sondern bei Dir war mein Selbst"

Die Geschichte von Heloise und Abaelard ist die aufregendste, dramatischste und denkwürdigste Liebesgeschichte des Mittelalters.

Sie hat noch dazu den Vorzug, dass sie wahr ist. Die historischen Zeugnisse sind seit langem bekannt, insbesondere die Schriften und Briefe der beiden Hauptgestalten: Abaelards „Leidensgeschichte” (Historia calamitatum) und die glühenden Episteln der Heloise. Anders als Tristan und Isolde, anders als Romeo und Julia stehen der Philosoph-Theologe Abaelard und seine Schülerin-Geliebte Heloise als lebendige Menschen vor uns.

LiebeWeh

Als ich zum ersten Mal den Titel von Eva Llouz Buch "Warum Liebe weh tut" sah, habe ich gleich an meinen Blogeintrag "Die Entdeckung der Liebe" gedacht. Im Zentrum meines Eintrags steht die These, die von vielen Mittelalterforschern vertreten wird, dass die kulturellen Voraussetzungen einer individuellen intimen Liebesbeziehungen zwischen Mann und Frau zum ersten Mal im 12. Jahrhunderts gelebt werden konten. Der Roman von Tristan und Isolde, der um das Jahr 1180 erschien, gilt als der literarische Beleg für diese These.

James-E-LShades-of-Grey-Geheimes-1-127774 1Eva Illouz Die Neue Liebesordnung. Frauen, Männer und Shades of Grey Suhrkampf Verlag

Ist Sadomaso befreiend oder erniedrigend für Frauen? Gute Frage, aber nicht leicht zu beantworten, meint die israelische Kultursoziologin Eva Illouz. Weltweit über 70 Millionen Mal verkaufte sich bisher E.L.James Romantrilogie Shades of Grey mit den viel versprechenden Untertiteln "Geheimes Verlangen", "Gefährlichen Liebe", "Befreite Lust". Allein deutschsprachigen Raum über sieben Millionen. Auch daran lässt sie keinen Zweifel aufkommen: der Roman illustriert den gegenwärtig "jämmerlichen Zustand von Liebe und Sexualität".Es hat beliebig viele Verrisse gegeben.

310px-Josef Untersberger - Hl. FamilieWarum ist es heute noch interessant, sich über die Heilige Familie Gedanken zu machen? Das war die Frage, die ich mir gestellt habe. Der Grund ist ein sehr einfacher. Die Heilige Familie, Maria, Josef und ihr Kind Jesus, sind das Urbild der Familie überhaupt. Es ist das häufigste Motiv der Kunstgeschichte. Schaut man genauer hin, dann ist diese Heilige Familie keine „wirkliche“ oder „echte“ Familie. Josef ist nicht der leibliche Vater, allenfalls so etwas wie ein Ziehvater. Jesus nicht von ihm gezeugt, folgt man der Erzählung der Bibel. Dass Maria ihr Kind als Jungfrau auf die Welt bringt ist religiöses Mysterium, über das die Theologen sich immer wieder den Kopf zerbrechen. Albrecht Koschorke ist Literaturwissenschaftler in Konstanz. Ich habe ihn interviewt und gefragt, was ihn an diesem Thema interessiert habe. Ein spirituelles oder religiöses Interesse hatte er sicher nicht. Ihn interessierte die Folgen die dieses ideale Bild einer Familie, die keine (biologische) ist. Sie ist eine symbolische Familie. Ein Symbol für was, für welche Realität?